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Die Schlacht bei Passendale

„Passchendaele“ ist nicht nur eine Episode aus der Geschichte des Ersten Weltkriegs, sondern auch zu einem Begriff geworden; einem internationalen Symbol für Kriegsgewalt in seiner grauenhaftesten Form.  1917 wurden hier in hundert Tagen über 400.000 Soldaten außer Gefecht gesetzt, und das für einen Gewinn von nur einigen wenigen Kilometern Gelände.  Passendale ist auch ein Symbol für viele Nationen, welche sich hier hervortaten und sich nach dem Krieg als Nation bestätigt sehen wollten.

Im Sommer 1917 waren die Briten fest entschlossen, in Flandern einen Frontdurchbruch zu erzwingen.  Um den Ypres-Bogen durchbrechen zu können, musste zunächst der Wijtschate-Bogen (oder auch der Mesen-Kamm) südlich von Ypres begradigt werden.  Von 1916 an arbeiteten die Briten an einem groß angelegten Plan, den ganzen Bogen mit schweren unterirdischen Minen zu untergraben. Die Deutschen bekamen jedoch Wind von der Angelegenheit und versuchten, den Alliierten mit ihren eigenen Minen entgegenzuwirken.  Zwischen den Tunnelbauern und den Mineuren entwickelte sich ein bizarres Katz- und Mausspiel von Minen und Gegenminen; gewissermaßen ein eigener Krieg unter dem Bogen. Am Ende wurden am frühen Morgen des 7. Juni 1917 neunzehn unterirdische Minen gleichzeitig zur Explosion gebracht.  Dies war die bisher größte künstliche Explosion, die den Effekt eines starken Erdbebens hatte.  Die Deutschen wurden aufs Schwerste getroffen. Die Neuseeländer und Iren konnten große Geländegewinne verzeichnen.  Die letztendliche Zielsetzung, die Front zu begradigen, hatte Erfolg.  Haig, der als Oberbefehlshaber eingesetzt war, konnte sich nun vollkommen auf die ‘Flandernoffensive’ konzentrieren, mit dem Ziel, die deutschen U-Boothäfen Ostende und Zeebrugge zu erobern.  

Haig glaubte an eine große Offensive auf breiter Front.  Die Deutschen hatte jedoch einen groß angelegten Angriff erwartet und waren gut vorbereitet.  Ab 1916 gingen die Deutschen schließlich zum Ausbau eines richtigen Verteidigungsnetzes in der Tiefe über. Ihr angriffsorientiertes Denken hatte der Konsolidierung des eroberten Geländes Platz gemacht. Spezielle ‘Pioniere’ oder Elitetruppen wurden mit dem Ausbau der aufeinander folgenden Verteidigungslinien beauftragt. Die Linien wurden auf ganzer Länge der Front abgedeckt; da die deutsche Heeresführung jedoch genau hier einen Angriff erwartete, wurde der Region rund um Zonnebeke Priorität gegeben.  Zahllose Reihen Stacheldraht, Maschinengewehrnester und Bunker folgten stark der Topografie und verbanden die strategisch wichtigsten Landschaftselemente miteinander.  Zwischen der Front und Passendale lagen vier aktive Stellungen.  Die Albrecht- und Wilhelm-Stellungen wurden komplett zu einem Netz aus Schützengräben und Unterständen ausgebaut. Die zwei Flandernstellungen waren früher Bunkerlinien.  Die Täuschung des Feindes spielte eine wichtige Rolle, und man verwendete unter anderem falsche Schützengräben, um die alliierte Luftaufklärung in die Irre zu führen.  ‚Riegel‘ oder kleinere Verbindungsstellungen formten außerdem verstärkte Brücken zwischen den eigentlichen Stellungen. Dieses Konzept einer elastischen Defensive sorgte dafür, dass die Deutschen bei einem alliierten Angriff außerdem auf eine neue Verteidigungslinie zurückfallen konnten, um von dort aus einen Gegenangriff zu organisieren.  Außerdem hatten die Deutschen den Vorteil, im Besitz der abschüssigen Landschaft des Hügels gen Osten von Ypres zu sein.  Diese natürliche Verteidigung mit einer dichten grünen Landschaft war strategisch von großer Wichtigkeit.  Vor allem vom Kamm von Passchendaele aus hatten die Deutschen einen guten Überblick über die abfallenden Felder.      Wälder, Hecken und Höfe, die 1917 noch ziemlich intakt waren, boten gute Zuflucht und waren zur Verteidigung wesentlich. Die Kontrolle über diese Elemente bestimmte dann auch stark die Lage der Front.  

Beim vorbereitenden Artilleriebeschuss der Dritten Schlacht bei Ypres verschossen die Briten über 4.200.000 Projektile auf die deutschen Stellungen. Dies entsprach mindestens zweieinhalb Mal dem, was im Vorjahr an der Somme eingesetzt wurde. Nach wiederholter Verzögerung begannen die Briten am 31. Juli 1917 im strömenden Regen ihren Angriff.  Der schwere Beschuss und Regen hatten das Schlachtfeld in einen Sumpf verwandelt, und die eingesetzten Panzer blieben im Schlamm stecken.  Die ‚Schlacht bei Pilkem‘ sorgte für einen Geländegewinn von drei Kilometern, wobei der Angriff jedoch an der de Wilhelm-Stellung steckenblieb.
Am 10. August starteten die Briten einen großen missglückten Angriff gegen die Höhen rings um Geluveld, von wo aus die Deutschen ihre ganze rechte Flanke unter Beschuss nehmen konnten.  Mitte August spielten sich die Hauptschlachten dann wieder bei Langemark ab. Nach einigen warmen Tagen zeigte sich die erste trockene Kruste auf dem Schlamm, sodass erneut Panzer eingesetzt wurden.  Diese strandeten jedoch erneut, wodurch der geplante Frontdurchbruch in ständig weitere Ferne rückte.

Haig erkannte, dass die Offensive stecken geblieben war, und ersetzte General Gough durch Plumer, der eine erfolgreiche  ‘Schritt-für-Schritt’-Strategie einsetzte, wobei man sich auf bestimmte Ziele konzentrierte.   Um die Offensive wieder in Gang zu bekommen, wurden auch neue Truppen eingesetzt: das ‘Australian and New Zealand Army Corps’ (ANZAC). Die neuen Truppen und die geänderte Taktik verfehlten nicht ihre Wirkung.  Am 20. September wurde erfolgreich rund um den Meenseweg gekämpft, am 26. September am Polygonwald, und am 4. Oktober bei Broodseinde, wo die Deutschen große Verluste erlitten.

Im Memorial Museum Passchendaele 1917 sind in der australischen Landesausstellung drei Gefallenenmedaillen als trauriges Symbol für den Verlust australischer Familien ausgestellt, die ihre Söhne nie mehr wiedersehen sollten. Die drei Medaillen tragen den Namen ‚Seabrook‘.  Drei australische Brüder, George Ross, William Keith und Theo Leslie Seabrook, beschlossen im August 1916, der australischen Armee beizutreten.  Nach ihrer Ausbildung wurden sie dem 17. Bataillon der australischen Infanterie unterstellt.  Am 20. September 1917 nahm ihre Einheit an der ‚Schlacht am Meenseweg‘ teil. Die Truppen zogen sich mühsam in ihre Rückzugspositionen zurück, als kurz nach Mitternacht in der Nähe von Hellfire Corner, den Meenseweg entlang, eine Phosphorgranate in der Kolonne gezündet wurde.  William Keith Seabrook, der als Unterleutnant diente und der Kolonne vorauseilte, wurde hierbei zusammen mit acht anderen Soldaten schwerstens verletzt.  Ein Zeuge, der seine Wunden versorgte, gab später an, dass seine Verwundungen derart waren, dass man sie besser nicht beschreiben sollte. William Keith wurde in die 10. kanadische Clearing Station gebracht, wo er einen Tag später seinen Verwundungen erlag.  Bei sich trug er ein Foto seiner Mutter, Fanny Isabel Ross, welches vom tödlichen Granatsplitter durchbohrt war.  Nun liegt er auf dem Lijssenthoek Militärfriedhof in Poperinge begraben. In der Zwischenzeit hatten seine Brüder, George Ross und Theo Leslie, auch ihre Ausgangsposition erreicht.  Sie hatten ohne Zweifel gehört, dass ihr Bruder tödlich verwundet wurde.  Um 5.40 Uhr morgens begann der Angriff. Theo und George wurden beide von einer Granate getroffen und nie wiedergefunden. Es war ihr erster Tag an der Front ... Es dauerte eine ganze Zeit, bevor ihre Mutter, Fanny Isabel Ross, wusste, was mit ihren drei Söhnen passiert war.  Trotz einiger widersprüchlicher Berichte und Gerüchte blieb sie bis zu ihrem Tod 1929 davon überzeugt, dass einer von ihnen noch am Leben war, jedoch seine Erinnerung verloren hatte und den Weg nach Hause nicht mehr fand.  Sie trug die Tragödie für alle Zeiten mit sich.  Auch ihr Vater, William George Seabrook, litt enorm unter dem Verlust.  In Fanny Seabrooks eigenen Worten: „Der Schlag, drei Söhne in nur einer Schlacht zu verlieren, ist fürchterlich, und wir sind untröstlich.“”.

In der Zwischenzeit war das Ziel der ersten Phase der Offensive nun zum Endziel der gesamten Kampagne geworden:  die Eroberung der Trümmer von Passendale.  Die Kombination aus Herbstregen, gesättigtem Erdboden und zerstörtem Abwassersystem in der Region verwandelte die Landschaft in ein immenses Meer aus Schlamm, in dem Mensch, Tier und Maschine versanken.  Für den Angriff am 9. Oktober bei Poelkappelle benötigten die Angriffstruppen fast elf Stunden, um von Ypres aus über schmale Laufplanken an ihre Ausgangssstellungen zu gelangen. Die Artillerieunterstützung wurde auch schwierig, da die Kanonen beim ersten Schuss im Schlamm wegsackten. Der alliierte Angriff auf Passendale vom 12. Oktober verlief dann auch blutig, vor allem für die neuseeländischen Truppen.  Am 12. Oktober 1917 begann die neuseeländische Division mit dem Angriff zur Eroberung der Belle-Vue-Linie. Das Ergebnis war schmerzhaft:  2.700 Verluste, darunter 845 Gefallene in weniger als vier Stunden.  Dieser Tag hat sich dann auf alle Zeiten als tragischer Tag in die Geschichte von Neuseeland eingeprägt.

Einer der bekanntesten neuseeländischen Schlachtopfer war ohne Zweifel Rugby-Captain David Gallaher.  David Gallaher kam im Oktober 1873 zur Welt.  Seit 1890 spielte er Rugby im Rugby-Team von Auckland und wurde als Sportler berühmt. 1901 nahm er im Alter von 27 Jahren am Burenkrieg teil. Berühmtheit auf der ganzen Welt erlangte Gallaher jedoch als Captain des Nationalteams von Neuseeland, den „All Blacks”. 1906 heiratete er, und 1908 wurde seine Tochter Nora geboren.  Im Juni 1916 fiel sein jüngerer Bruder in Frankreich.  David beschloss daraufhin, wieder in die Armee zurückzukehren. Hier wurde er zum Unteroffizier des 2. Auckland-Regiments ernannt.  Am 4. Oktober 1917 wurde er bei der Schlacht um Broodseinde im Gesicht getroffen. Er wurde daraufhin zu einem Erste-Hilfe-Posten bei den Abraham Heights (in der Nähe von Graventafel, einem Ort zwischen Zonnebeke und Passendale) gebracht und von dort weiter in ein Krankenhaus bei Poperinge transportiert, wo er noch am gleichen Tag verstarb.  Nun liegt er im Nine Elms Cemetery begraben.  Jedes Jahr reist nun noch immer eine Delegation der „ “All Blacks” an,  um das Grab von Gallaher zu würdigen.

Nach der blutigen Schlacht am 12. Oktober 1917 gab Haig den Befehl, den Angriff zu stoppen, und ließ die ANZACs durch frische kanadische Truppen ersetzen. Im April 1917 führten sie bereits bei Vimy (Frankreich) ihren ersten gemeinsamen Angriff unter kanadischem Kommando durch. Für viele Kanadier war dies die wirkliche Geburt von Kanada als unabhängige Nation.  Die kanadische Armee, die gemeinsam als Nation kämpfte, war als starke und zähe Armee bekannt, die auch in aussichtslosen Situationen für eine Wende sorgen konnte.  Hierauf rechnete auch Haig, als er die Kanadier in den Kampf warf.   Am 26. und 30. Oktober stapften sie die „Straße nach Passchendaele" entlang. Am 6. November konnten die Kanadier dann endlich das Dorf Passendale einnehmen, dessen Name mittlerweile mythische Proportionen erreicht hat: Passion-dale, oder Tal des Leidens.  Weiter kamen sie jedoch nicht mehr, und die Offensive lief sich am 10. November an der Spitze der Hügelkette fest.  Das Unmögliche wurde erreicht, aber zu welchem Preis: 16.000 Kanadier wurden getötet, verwundet oder galten als vermisst.

Richard Verhaeghe gehörte zu den kanadischen Schlachtopfern, war jedoch ein gebürtiger Belgier. Er wurde am 25. April 1878 in Zerkegem, Jabbeke geboren.  Zwischen 1898 und 1913 emigrierte er mit seiner Frau und Tochter nach Saskatoon, einer Kleinstadt in der kanadischen Provinz Saskatchewan.  Im August 1915 trat er seinen Dienst in der kanadischen Armee an, wo er zum Soldaten ausgebildet wurde.  Ende Januar 1916 zog er mit dem 5. Bataillon an die Front.  Am 30. Oktober 1917 beginnt das 5. Bataillon mit dem Angriff auf Bellevue-Spur. Durch den schlechten Zustand des Geländes verloren die verschiedenen Kompanien sich gegenseitig aus den Augen, sodass die Deutschen die Kanadier von einer Anhöhe aus unter Feuer nehmen konnten. Zu den vielen Gefallenen gehörte auch der Hauptgefreite Richard Verhaeghe.  Anfang März 1920 wurde am westlichen Rand des Waldes seine Leiche gefunden, worauf seine sterblichen Überreste in die Tyne Cot Cemetery überführt wurden, wo er noch heute seine letzte Ruhestätte hat.

Die Schlacht bei Passendale war ein wahres Blutbad und verlangte den enormen Mut zahlloser Soldaten.  Um jede Anhöhe, um jeden Bunker musste blutig gekämpft werden. Die Einnahme der Bunker und Maschinengewehrnester verlangte oft größten Mut und äußerste Selbstaufopferung.  Aus diesem Grund wurden dann auch mehrere Victoria Crosses und andere hohe Auszeichnungen verliehen, oft posthum. Einer der mutigen Soldaten, der den Krieg doch überlebte, war John James Dwyer aus Australien. Dwyer gelang es am 26. September 1917 bei der Schlacht um den Polygonwald, auf eigene Faust ein deutsches Maschinengewehrnest bei Molenaarelsthoek auszuschalten und das eroberte Maschinengewehr zu seiner Linie zurückzubringen, um es danach gegen die aufrückenden Deutschen einzusetzen.  Dwyer überlebte den Angriff und wurde später zum Vize-Premier von Tasmanien. Sein Original-Victoria Cross ist im Besitz des australischen War Memorials, wobei sein Enkelsohn jedoch im Jahre 2013 dem Memorial Museum Passchendaele 1917 eine Kopie und einige Fotos schenkte.

Das Ergebnis der Schlacht bei Passendale war schmerzlich.  Nach 100 Tagen war lediglich ein Geländegewinn von acht Kilometern zu verbuchen. Der Preis war enorm: fast 250.000 Schlachtopfer aufseiten der Alliierten. Die Zahl der Soldatengräber wuchs dann auch enorm an.  Tyne Cot Cemetery, welcher ursprünglich ein vorgeschobener Verpflegungsposten war, expandierte nach der Dritten Schlacht bei Ypres weiter. Nach dem Krieg wurde der Friedhof durch die Konzentration von Einzelgräbern der Schlachtfelder rund um Langemark und Passendale herum und durch die Verlegung und Verlagerung kleinerer Begräbnisplätze noch erweitert. Nunmehr ist er der größte Commonwealth-Friedhof der Welt.  Hier wurden ca. 12.000 Tote begraben, oft mit sehr verschiedenen Nationalitäten.  Über 8.300 davon wurden noch nicht identifiziert.  Hinter dem Friedhof schließt sich eine 152 Meter lange Gedenkmauer daran an.  Auf dieser Mauer stehen auch die Namen von fast 35.000 Soldaten aus dem Vereinigten Königreich und Neuseeland, die im Ypres-Bogen nach dem 16. August 1917 gefallen sind und kein bekanntes Grab haben.

Die Schlacht bei Passendale hat noch heute einen bedeutenden Symbolwert und war in bestimmter Hinsicht ausschlaggebend für den weiteren Verlauf des Ersten Weltkriegs.  Die deutsche Verteidigung erschien solide, aber die enormen Verluste an Männern und Material waren verheerend für die deutsche Armee. Für die Deutschen war die Flandern-Schlacht dann auch im wesentlichen eine ‚Materialschlacht’ und beraubte sie der Reserven, um die wehrlos gewordenen Franzosen anzugreifen. Passchendaele sorgte auch für neue Erkenntnisse und Taktiken in der Kriegsführung.  Der alte Gedanke, auf breiter Front anzugreifen, schien nicht erfolgreich zu sein.   Haig erreichte Zeebrugge nie, wobei der Zermürbungskampf jedoch für neue Erkenntnisse in der Kriegsstrategie sorgte.  

Das Memorial Museum Passchendaele 1917 hält weiterhin die Erinnerung an die Schlacht von Passendale lebendig, wobei 1917 in hundert Tagen eine halbe Million Schlachtopfer für nur acht Kilometer Geländegewinn fielen.  Das Museum ist in der historischen Schlossdomäne von Zonnebeke untergebracht und konzentriert sich auf die materiellen Aspekte des Ersten Weltkriegs.  Es befasst sich mit Uniformen, Schlachtfeldarchäologie und Artillerie. Das renovierte Museum besteht aus fünf verschiedenen Teilen. Auf der ersten Etage erhält man einen umfangreichen Überblick über den Ersten Weltkrieg in der Region, und zwar anhand einer einzigartigen Sammlung historischer Funde, lebensechter Dioramas, Foto- und Filmmaterialien. Danach wird erläutert, wie die Briten 1917 unter der Erde lebten, da es oben nichts mehr gab.  In der einzigartigen „Dugout Experience“ entdeckt man Kommunikations- und Verbandposten, Hauptquartiere und Schlafplätze. Der dritte Teil umfasst ein komplett neues unterirdisches Gebäude über die Schlacht von Passendale.  Hier wird der internationalen Dimensionen des Krieges gedacht, indem man sich auf den Beitrag der verschiedenen Nationen zu dieser Schlacht konzentriert.  Außerdem wird über ein Modell auch die Verbindung zur Kriegslandschaft hergestellt. Neben dem „Dugout Experience“ können Besucher auch die neue „Trench Experience“ besuchen, ein Netz aus rekonstruierten deutschen und britischen Schützengräben, die Original-Unterständen nachempfunden sind;  eine besondere Erfahrung darüber, wie sich das Leben in den Schützengräben im Laufe der Kriegsjahre entwickelt hat. Im fünften Teil, der Erinnerungsgalerie, geht es um das Gedenken und die Erinnerung an die vielen hunderttausende Schlachtopfer, welche hier gekämpft und vor allem gelitten haben. Zum Abschluss gibt es dann das berühmte Kunstwerk der neuseeländischen Künstlerin Helen Pollock, ‘Falls the Shadow’,  aus Tonerde aus Passendale und Koromandel in Neuseeland gebrannt.

 

Steven Vandenbussche

Konservator, Memorial Museum Passchendaele 1917

Die in diesem Text erzählten persönlichen Geschichten stammen aus dem Forschungsprojekt “The Passchendaele Archives”.  Mit diesem Projekt möchte das Memorial Museum Passchendaele 1917 den Namen auf Grabsteinen oder Gedenkstätten ein Gesicht und eine Geschichte verleihen.  Momentan sind im Passchendaele Research Center, im früheren Pfarrhaus von Zonnebeke in unmittelbarer Nähe der Kirche, über 4.000 Berichte einsehbar.